Rettet das UTA Sportinstitut

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Unterschriftenaktion zur „Rettung des UTA-Sportinstituts“

> Das wöchentlich von nahezu 6.000 Studenten/innen und Akademiker/innen regelmäßig genutzte Sportinstitut im Hauptgebäude der Universität Wien soll einem Bücherspeicher weichen.
> Damit geht ein zentral erreichbarer Sportstandort (10 Straßenbahnlinien, eine U-Bahn und der City-Bus) verloren!
> Das in Planung befindlich Alternativangebot in der Sensengasse jetzt schon teilweise durch den Bedarf der Fachhochschulen und Mittelschulen der Umgebung ausgelastet und ist nicht mehr zentral erreichbar.

Die Besorgnis über die drohende Schließung des Standortes UTA an der Hauptuniversität Wien, Dr. Karl Lueger Ring, hat tausende Teilnehmer/innen zur Unterstützung der Unterschriftenaktion „Rettung des UTA-Sportinstituts“ veranlasst.

Was macht gerade diese Niederlassung des USI für Studenten/innen und Akademiker/innen so unverzichtbar?
Aus eigener jahrzehntelanger Teilnehmererfahrung am Turnangebot der UTA kann ich als wichtigsten Grund die Lage nennen. Die hervorragende Erreichbarkeit durch 10 Straßenbahnlinien, der U2 und des City-Busses ermöglicht rascheste Zufahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln von den vielen universitären Einrichtungen des 1. und der umgebenden Bezirke.
Für nahezu 6.000 Teilnehmer/innen pro Woche ist dieser Vorteil ausschlaggebend, die oft überbelegten Kursangebote, die sich aus einer fast 100\%igen Standortauslastung ergeben, in Kauf zu nehmen und nicht auf andere Standorte, wie z.B. der Übungsstätte Althanstraße, auszuweichen.
Der Ausbau der Sportanlage Sensengasse mit großen Turnsälen wird wohl als längst notwendige, schon 1998 von Sektionschef Dr. Wolf Frühauf, Bundesministerium für Wissenschaft, in seiner Rede zur 150 Jahrfeier des Universitäts-Sportsinstitut in Österreich, angekündigte Ausbaumaßnahme begrüßt.
Die weitaus geringere Anzahl öffentlicher Verkehrsmittel, kein U-Bahn und kein City-Bus Anschluss, sowie die unterirdische Lage, Fensterlosigkeit und künstliche Klimatisierung der neu zu errichtenden Hallen schmälern allerdings die Attraktivität des Standorts für viele Teilnehmer/innen erheblich.
Die geplante Standortauflösung der UTA, anstatt der sinnvollen ergänzenden Erhaltung zum Standort Sensengasse, wirft die prinzipielle Frage nach der Notwendigkeit dieser Maßnahme auf.
In seiner Publikation von 1997 stellt Gerhard Fritz „die Raumnot der Universitäts-Bibliothek“ als geschichtliche Abfolge von 1885 bis heute dar. Als Einleitung soll hier der erste Satz seines Berichtes wiedergegeben werden. Die Wurzel allen Übels reicht bis weit ins 19.Jahrhundert zurück. Bereits 1856 wäre ein eigenes Bibliotheksgebäude (von van der Nüll und von Siccardsburg) im Zuge des Neubaus der Universität geplant gewesen. Die Nichterrichtung und, statt dessen provisorischer Unterbringung im neuerrichteten Hauptgebäude der Universität, veranlasste den damaligen Leiter der alten Bibliothek Friedrich Leithe, seine Funktion zur Verfügung zu stellen, da er unter diesen Umständen einen ordentlichen Bibliotheksbetrieb als nicht durchführbar erachtete.
Schließlich bezog sein Nachfolger Ferdinand Grassauer 1885 doch die Ausweichräumlichkeiten, just im selben Jahr, in dem die UTA die für sie eigens errichteten Hallen im Hauptgebäude den Betrieb nahm. Die Raumnot der Universitäts-Bibliothek war von Beginn an drückend. 1904 plante man bereits Auslagerungsmagazine. Ein 1910 von Otto Wagner geplantes Großprojekt fand ebenso keine Verwirklichung, wie die Planungen von 1916, 1927 und 1933, die allesamt ein eigenes Universitäts-Bibliotheksgebäude zum Inhalt hatten. 1950 erhielt der damalige Direktor der Universitätsbibliothek, Hofrat Gans die bindende Zusage für einen Neubau, der durch die beiden Architekten A.Dreier und O.Nobis nach dem Sieg des 1951 veranstalteten Wettbewerbs verwirklicht werden sollte. Dieses Projekt wurde nie realisiert!
Die Parallele zur heutigen Situation ist unübersehbar, da ein vor kurzem ausgeschriebener und durchgeführter Architektenwettbewerb zur Errichtung eines Tiefspeichers zur endgültigen Lösung der Universitäts-Biobliotheksmisere, ebenfalls nicht zur Durchführung kam sondern stattdessen, wie schon so oft davor, weitere Ressourcen im Hauptgebäude der Universität gefunden und durch Auslagerung bereitgestellt werden sollen.
Dieses Mal ist die 1885 mit der Absicht, für Studenten und Akademiker eine körperliche Ausgleichsmöglichkeit in unmittelbarer Nähe ihrer geistigen Studien- und Wirkungsstätte errichtete UTA das Ziel.
Die Fortsetzung des Provisoriums Universität-Bibliothek, beraubt tausende Studenten/innen und hunderte Akademiker/innen sowie Angestellte/innen der Universität der vor 123 Jahren im Sinne der akademischen Erkenntnis, „Mens Sana in corpore Sano“, gesunder Geist in gesundem Körper, geschaffene Turnsäle und somit de ihnen zugestandenen Sportmöglichkeiten.
Der, im deutschsprachigen EU-Raum regelmäßig erscheinenden Fachzeitschrift „Psychopraxis“ von 4/2005, veröffentlichte Artikel „Leben ist Bewegung“, beschreibt das Universitäts-Sportinstitut als einzigartige Einrichtung, die aufgrund ihrer einmaligen Lage hervorragend für den oben genannten Grundsatz geeignet ist.
Abschließend sei noch auf die Tatsache verwiesen, dass das Universitäts-Sportinstitut im
SS 1997 23.843 Teilnehmer in 8 Übungsstätten, fünf Jahre später im
SS 2002 24.013 Teilnehmer in 7 Übungsstätten, weitere fünf Jahre später im
SS 2007 30.202 Teilnehmer in 6 Übungsstätten betreut hat.
Wenn man berücksichtigt, dass nunmehr auch Fachhochschüler und Absolventen Höherer Bildender Schulen ab der 3. Oberstufe zum Teilnehmerkreis zählen, wird augenscheinlich, dass der Verlust einer Übungsstätte eine gravierende Einschränkung des Übungsangebots zur Folge hat.
Dies alles berücksichtigend erscheint die Forderung nach zumindest teilweiser Erhaltung des Sportangebots im Hauptgebäude der Universität Wien, als zwingend notwendige im Interesse der Teilnehmer.

Dr. Monika Christian, Spiegelgasse 19/9, A-1010 Wien