Petition pro Büchergelderhöhung

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    Deutscher Bundestag
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Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das „Nationale Stipendienprogramm“ umgesetzt und das einkommensunabhängige Büchergeld auch für Stipendiaten aus den vom BMBF anerkannten Begabtenförderwerken auf 300 Euro erhöht wird.
Nachdem sich viele negative Stimmen aus Presse und Reihen der Stipendiaten dagegen erhoben haben, möchten wir verdeutlichen, dass diese nicht repräsentativ für alle Geförderten sind. Es gibt gute Gründe für das Vorhaben, die wir mit folgenden Beispielen verdeutlichen.

1.) Als Stipendiat wird man in ein Förderwerk aufgrund sehr guter Leistungen im Studium und gesellschaftlichem Engagement aufgenommen. Es ist unverständlich, warum man dennoch am Einkommen der Eltern gemessen wird. Dies stellt eine unglückliche Verquickung von Exzellenz- und Sozialförderung dar. Als förderungswürdiger Student sollte man als eigenständige, unabhängige Persönlichkeit wahrgenommen und als solche auch gefördert werden, um die persönliche Leistung unabhängig vom Elterneinkommen zu würdigen.

2.) Für Geförderte, die nicht bafögberechtigt sind, bietet die einkommensunabhängige Förderung von derzeit 80 Euro Büchergeld keine ausreichende Entlastung. Weiterhin wurde der Büchergeldsatz seit 1980 nicht erhöht, der BAföG-Satz jedoch mehrfach, was eine weitere Ungleichbehandlung darstellt.

3.) Stipendienleistungen und Zahlungen nach BAföG dienen unterschiedlichen Zwecken, weshalb den oben genannten Missständen nicht mit einer Erhöhung der BAföG-Sätze begegnet werden sollte. Bedauerlicherweise existiert noch kein umfassendes staatliches bzw. wirtschaftliches Stipendienprogramm, weshalb die aktuelle Exzellenzförderung gerade nicht dazu dienen soll, möglichst vielen geeigneten Interessenten das Studium zu ermöglichen. Diesem Zweck dient ausschließlich der BAföG-Anspruch. Begabtenförderwerke sollen dagegen einen ausgesuchten Prozentsatz zusätzlich unterstützen. Dem wird die bisherige materielle Förderung nicht gerecht.

4.) In der Vergangenheit wurde ein Missverhältnis der sozialen Herkunft der Stipendiaten in den verschiedenen Förderwerken festgestellt. Durch eine Erhöhung des Büchergeldes auf 300 Euro könnte die Motivation von Studierenden aus gering verdienenden Familien für eine Bewerbung bei einem Begabtenförderwerk gesteigert werden. Denn der BAföG Anteil des Stipendiums wird komplett als Einkommen, beispielsweise durch die Familienkasse bei der Prüfung des Kindergeldanspruchs angerechnet, was wenig Spielraum für einen Nebenverdienst lässt, das Büchergeld allerdings nicht. Dies veranlasst Studenten aus gering verdienenden Familien an dem Nutzen eines Stipendiums zu zweifeln. Aus diesem Grund könnte eine Erhöhung, die ungleichen finanziellen Möglichkeiten von Stipendiaten und BAföG-Empfängern bereinigen und damit die Verteilung der sozialen Herkunft der Stipendiaten der Förderwerke verbessern.

5.) Viele Stipendiaten werden ausgewählt, weil sie entweder gesellschaftlich oder unternehmerisch besonders engagiert sind. Jeder potentielle Jungunternehmer, der zukünftig Arbeitsplätze schaffen will, weiß, dass es unerlässlich ist zu sparen, private Wünsche aufzuschieben und Grundvermögen anzuhäufen, um den Traum eines Projektes zu verwirklichen. Durch Ansparung eines schon geringen Vermögens wird man von der finanziellen Förderung ausgeschlossen .Das ist nicht sozial und bremst Unternehmertum. Es ist zudem ein falsches Zeichen an die nachrückende Generation, wenn Sparsamkeit gerade in heutiger Zeit nicht mehr belohnt, sondern sanktioniert wird.