Nationales Stipendienprogramm und Büchergeld
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Die Bundesregierung und das Bundesministerium für Bildung und Forschung
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Senat des Evangelischen Studienwerks Villigst e.V. -
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Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP sieht vor, zehn Prozent der Studierenden mit einem einkommensunabhängigen nationalen Stipendium von 300 Euro monatlich zu fördern sowie analog das Büchergeld für die StipendiatInnen der Begabtenförderungswerke auf 300 Euro anzuheben.
Wir begrüßen ausdrücklich den erklärten Willen der Bundesregierung, die Begabten- und Bildungsförderung in Deutschland zu stärken. Gleichzeitig halten wir die bisher bekannt gewordenen Pläne vor dem Hintergrund der bestehenden Bildungsungerechtigkeit in Deutschland für unverhältnismäßig und den Umständen unangemessen, da sie nicht zu einem Abbau der vorhandenen Schieflage führen.
Wir setzen uns daher für eine moderatere Erhöhung des Büchergeldes ein. Außerdem sprechen wir uns dafür aus, das nationale Stipendienprogramm im Einklang mit dem Begabungsbegriffs des BMBF, der über das reine Leistungskriterium hinausgeht, so auszugestalten, dass die soziale Selektion in unserem Bildungssystem weder gefestigt noch verschärft wird.
Begründung:
1) Die Verkürzung des Begabungsbegriffs auf die fachliche Leistung klammert individuelle Faktoren wie lebenslaufbedingte Hürden, gesellschaftliches Engagement oder Verantwortungsbereitschaft aus. Verbindliche Vorgaben zur Gestaltung der Auswahlarbeit an den Hochschulen, die einer sozialen und fachlichen Verengung des Spektrums der Geförderten entgegen wirken, liegen bisher nicht vor.
2) Die Struktur des deutschen Bildungssystems begünstigt Kinder aus bildungsnahen und einkommensstarken Familien; gleiches gilt für die Förderung der Begabtenförderwerke, die zumeist Studierenden mit einem entsprechenden Hintergrund zugute kommt (HIS-Bericht 4/2009). Ein einseitiger Ausbau der Begabtenförderung würde diesen Trend verschärfen.
Wir begrüßen ausdrücklich den erklärten Willen der Bundesregierung, die Begabten- und Bildungsförderung in Deutschland zu stärken. Gleichzeitig halten wir die bisher bekannt gewordenen Pläne vor dem Hintergrund der bestehenden Bildungsungerechtigkeit in Deutschland für unverhältnismäßig und den Umständen unangemessen, da sie nicht zu einem Abbau der vorhandenen Schieflage führen.
Wir setzen uns daher für eine moderatere Erhöhung des Büchergeldes ein. Außerdem sprechen wir uns dafür aus, das nationale Stipendienprogramm im Einklang mit dem Begabungsbegriffs des BMBF, der über das reine Leistungskriterium hinausgeht, so auszugestalten, dass die soziale Selektion in unserem Bildungssystem weder gefestigt noch verschärft wird.
Begründung:
1) Die Verkürzung des Begabungsbegriffs auf die fachliche Leistung klammert individuelle Faktoren wie lebenslaufbedingte Hürden, gesellschaftliches Engagement oder Verantwortungsbereitschaft aus. Verbindliche Vorgaben zur Gestaltung der Auswahlarbeit an den Hochschulen, die einer sozialen und fachlichen Verengung des Spektrums der Geförderten entgegen wirken, liegen bisher nicht vor.
2) Die Struktur des deutschen Bildungssystems begünstigt Kinder aus bildungsnahen und einkommensstarken Familien; gleiches gilt für die Förderung der Begabtenförderwerke, die zumeist Studierenden mit einem entsprechenden Hintergrund zugute kommt (HIS-Bericht 4/2009). Ein einseitiger Ausbau der Begabtenförderung würde diesen Trend verschärfen.
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